|
Bericht von Herrn
Tristan Toensing

Am
10. Oktober 2005 habe ich, Tristan Tönsing, meine Reise nach China,
in die Provinz Guangdong, in die Stadt Foshan angetreten. Nach Flug
von München über Peking mit sicherer Landung in Guangzhou (Kanton),
der Provinzhauptstadt, holte mich ein Mitarbeiter der Foshan Rhine
Corporation Service Co., Ltd. dort am Flughafen ab. Wir fuhren zum
Zielort meines künftigen Auslandsaufenthaltes, nach Foshan. Hier
lebte ich für einen Zeitraum von 6 Monaten und absolvierte in der
Foshan Rhine Corporation Service Co., Ltd. ein Praktikum mit
integriertem Sprachkurs und interkulturellen Management Training. Die
folgenden Abschnitte geben einen komprimierten Einblick wieder, wie
es mir in dieser Zeit ergangen ist, und sollen weiteren Interessenten
als kleine Entscheidungshilfe dienen.
1.
Sprachkurs

Das
Praktikumsprogramm der ECV GmbH (EURO - CHINA Vermittlungsbüro für wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit) beinhaltete einen
1-monatigen Sprachkurs in Hochchinesisch, Mandarin oder auch Pǔtōnghuà
普通话
(wörtl.
„gemeinsame Sprache).
Dieser Kurs, der entweder in Kleingruppen oder im Einzelunterricht
stattfindet, war professionell ausgearbeitet und wurde stets dem
Niveau der Teilnehmer gerecht. Somit konnte man
erleben, dass man
bereits nach nur einem Monat mit dem Umgang der chinesischen Sprache
kleine Erfolge hatte. Sicherlich steht man beim Erlernen einer solchen
Sprache vor einer großen Hürde, angesichts der Phonetik (bspw. die 4
verschiedenen Töne) und insbesondere aufgrund der Schriftzeichen, die
dem westlichen Schüler fremd und unerlernbar erscheinen. Dennoch
hat sich bei der Auseinandersetzung mit dem Chinesischen gezeigt,
dass dafür andere Bereiche, wie die Grammatik, wesentlich einfacher
sind, als wir es vom deutschen Sprachgebrauch gewohnt sind.

Zusammenfassend
lässt sich sagen, dass der Unterricht trotz oder gerade wegen der
sprachlichen Schwierigkeiten sehr viel Spaß machte. Außerdem kam bei
der Begegnung mit anderen Chinesen das Gefühl auf, dass die eigenen
Sprachkenntnisse honoriert wurden. Daher möchte ich mich bei meinem
Lehrer Herrn Li und seiner Nachfolgerin Frau Tang für ihren
anspruchvollen Unterricht herzlich bedanken, bei dem auf die Wünsche
der Praktikanten fast immer eingegangen werden konnte.
2.
Interkulturelles Training
Begleitend
zum Sprachkurs führte Herr Dr. Gan, eine der Schlüsselpersonen
innerhalb der Foshan Rhine Corporation Service Co., Ltd., mit den
Teilnehmern des Praktikumsprogramms ein interkulturelles Training
durch. Als Experte der chinesischen Kultur lehrte er uns die
entscheidenden Unterschiede zwischen den deutschen und chinesischen
Geflogenheiten zu beachten. Somit bekamen die Teilnehmer sowohl
Einblicke in die Gesellschaft mit ihrer Bedeutung von Hierarchie und
Status, als auch wichtige Hinweise auf die Verhaltensregeln der Geschäftswelt.
Daneben war ein weiterer Schwerpunkt des Trainings, die Besonderheiten
der Region Guangdong und insbesondere des Standorts Foshan
kennenzulernen.
Das
Training, das sich in den Sitzungen gezielten Themen, wie
Markteintritt, Unternehmensformen oder Rekruiting qualifizierter
Mitarbeiter in China, widmete, verhalf mir zu verstehen, welche
unternehmerischen Möglichkeiten auf dem chinesischen Markt gegeben
sind. Dabei kam es nicht nur innerhalb des Kurses zum Wissenstransfer,
denn sowohl während der zahlreichen Meetings, als auch auf den
Fahrten zu den Veranstaltungsorten, erfuhr man im Gespräch mit Dr.
Gan immer wieder, was das Leben in China und seiner Geschäftswelt ausmacht.
Für sein Engagement und die stete Berücksichtigung der Bedürfnisse
der Praktikanten, möchte ich ihm im Nachhinein nochmals danken.
3.
Arbeiten
Während
der Zeit in der Firma wurde ich mit verschiedenen Aufgaben betraut,
die meine Zeit abwechslungsreich und spannend gestaltet haben. Dabei
wurde ich gleich zu Anfang mit der Flexibilität der chinesischen
Arbeitswelt konfrontiert, die von mir innerhalb kürzester Zeit die
Ausarbeitung eines mir neuen Themas in Powerpoint und die anschließende
Präsentation vor 300 Gästen verlangte. Weitere Vorträge, bei denen
eine längere Vorbereitungszeit blieb, folgten und thematisierten
Fragen zur deutschen Businesskultur oder bspw. zur Einschätzung der
deutschen Marktsituation. Bei der Ausarbeitung unserer Vorträge
konnten wir selbständig handeln und erfuhren so auch die Vorteile der
landesüblichen Flexibilität.
Ähnliche
Freiheiten bei der Arbeit fanden sich ebenso bei der Vorbereitung für
die Messe der 8th Guangzhou Convention of Overseas Chinese Scholars (OCS)
in Science & Technology, an der wir teilnahmen und viele Kontakte
knüpften. Somit konnte von der PR-Arbeit bis hin zum Eventmanagement
für die Firma bzw. für unsere Partner ein breites Spektrum an
wirtschaftswissenschaftlichen Handlungsfeldern behandelt werden.
Ein
weiterer Aspekt der Arbeit beinhaltete die Betreuung einer deutschen
Delegation, die mit chinesischen Berufsschulen ein Austauschprogramm
initialisiert hatte. Hierbei ist hervorzuheben, dass durch die
Kenntnis sowohl der deutschen als auch der chinesischen Mentalität,
ein Beitrag zur gegenseitigen Verständigung von mir und meinem
Mitpraktikant geleistet werden konnte. Dabei erstreckte sich die
Betreuung von der Begleitung zu den einzelnen Veranstaltungsorten bis
hin zur Gestaltung des Abendprogramms.
Neben
dem Beisein an Meetings, an denen auch Personen hohen
gesellschaftlichen Ranges teilnahmen, zu nennen sind hier unter
anderem der deutsche Konsul, der stellvertretende amerikanische Konsul
und etliche chinesische Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen
Umfelds, besichtigten wir neu erschlossen Industrieparks, wie auch
chinesische und deutsch-chinesische Unternehmen. Bei all diesen
Treffen fand ein Wissenstransfer statt, bei dem die Praktikanten als
vollwertige Mitglieder behandelt wurden, dessen Meinung gefragt und
geschätzt war. Für den entgegengebrachten Respekt möchte ich allen
Beteiligten meinen Dank aussprechen.
Zum
Abschluss meines Praktikums hatte ich noch die Gelegenheit beim
Bewerbermanagement bzw. eines Trainings für chinesische Berufsanwärter
für ein deutsches Unternehmen behilflich zu sein. Neben der
Organisation von Ablauf und Durchführung des Trainings wurden die Maßnahmen
von mir und einem weiteren Praktikanten geleitet. Zum Abschluss wurde
schließlich ein Bewerbungsgespräch mit den Schülern simuliert.
4.
Leben
Während
der Zeit in Foshan wohnten und lebten die Praktikanten gemeinsam in
einer Wohnung, welche zu Fuß 5 Minuten vom Stadtzentrum entfernt
war. Somit ist das Apartment ideal gelegen und bietet dazu alle
wichtigen Einrichtungen, wie einen Supermarkt oder ein Shopping Center
in der Nachbarschaft. Auch ein Fitnessstudio findet sich im derzeit höchsten
fertig gestellten Gebäude Foshans. Der zu Fuß erreichbare BaiHua
Plaza (100 Blumen) bietet neben der Aussicht auf sportliche Ertüchtigung
diverse Einkaufmöglichkeiten.
Das
Apartment selbst ist großräumig, so dass wir es uns im mit Fernseher
und DVD-Player ausgestatten Wohnzimmer gemütlich machen konnten. Die
mit Klimaanlage versehenden Zimmer konnten wir als Rückzugsmöglichkeit
nutzen. Auch wenn das Gebäude von außen vielleicht nicht ganz dem
gewohnten Bild deutscher Einrichtungen entspricht, hat es uns an
nichts gemangelt. Das liegt sicherlich nicht zuletzt auch daran, dass
auf einige Wünsche, die die Wohnqualität verbessert haben, von den
Verantwortlichen eingegangen wurde.
Neben
der guten Unterbringung hat natürlich die Betreuung dazu beigetragen,
dass mein Aufenthalt zu einem Erfolg geworden ist. So wurden von der
ECV GmbH Ausflüge organisiert, die uns nicht nur Spaß brachten,
sondern ebenso dazu beisteuerten die Region besser kennenzulernen.
Somit nahmen wir auf der einen Seite an unserem täglichen urbanen
Leben teil und hatten auf der anderen Seite am Wochenende die Chance
mit Land, Leute und Kultur auf den verschiedenen Ausflügen unsere
Erfahrungen zu machen. Ein Ausflugsort, der sich aufgrund der räumlichen
Nähe zu Foshan sehr gut für einen Wochenend-Trip eignete, war die
Metropole Hongkong. Innerhalb von 3 Stunden (eine Stunde Bus, zwei
Stunden auf dem Wasserweg) erreicht man eine Stadt, die bspw. einer
Metropole wie New York in nichts nachsteht.
Ein
anderer Aspekt durch den wir tiefere Einblicke auch in Regionen mit
anderem ethnischen und kulturellen Hintergrund erlangten, war ein einwöchiger
Trip in das tibetische Hochland. Dabei wurden wir bei der Organisation
und der dafür notwendigen Freistellung von unseren Tätigkeiten im Büro
durch die Verantwortlichen tatkräftig unterstützt. Somit wurde der
gesamte Aufenthalt nicht nur beruflich, sondern auch privat ein
unvergessliches Erlebnis.
5.
Fazit
Ich
denke aus den oben stehenden Zeilen geht schon hervor, dass die
Erfahrungen und Erlebnisse, die ich während meiner Zeit in Foshan
gemacht habe, positive Spuren bei mir hinterlassen haben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das gesamte Praktikum aufgrund
der guten Organisation und Betreuung der Mitarbeiter, genannt werden
sollen hier Dr. Gan, Frau Jiang und alle Kollegen der Foshan Rhine
Corporation Service Co., Ltd. sowie Frau Yang als Verantwortliche der
ECV GmbH in Aachen, zu einem vollen Erfolg wurde.
Daher
kann ich auch vorbehaltlos jedem empfehlen, sich auf das
„Abenteuer“ China einzulassen, wenn man einen starken Partner
wie das EURO - CHINA Vermittlungsbüro für wirtschaftliche und
technische Zusammenarbeit hinter sich weiß.
Tristan
Tönsing
|